Privat

7 Wochen ohne

Mit dem heutigem Aschermittwoch beginn wieder die Fastenzeit und auch wenn ich kein religiöser Mensch bin, nutze ich diese katholische Vorgabe gerne, um mein Verhalten zu überdenken und einfach mal Änderungen von heute auf morgen umzusetzen. So wurde ich schon Vegetarier, Alkoholabstinenter, aß keine Schokolade, Chips oder gänzlich keine Süßigkeiten. Nach dem Ende der Fastenzeit schlug ich mir aber selten den Bauch mit all dem Verzicht voll, sondern änderte mein verhalten nachhaltig. So esse ich kaum noch Fleisch und habe nur zu Anlässen Süßigkeiten und Chips im Haus. Für dieses Jahr habe ich mir überlegt, mir ein Feld außerhalb von Ernährung zu suchen, weil mir tatsächlich eine veränderte Ernährung nicht mehr sonderlich schwer fällt. Deswegen verzichte ich dieses Jahr auf zu wenig Schlaf.

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Das wird nicht einfach für mich. Mein Leben folgt aktuell keinem wirklichem Alltagsmuster, mein Job ist kein Nine-To-Five-Job, die Politik findest meistens mit offenem Ende statt, und in meine Tages-To-Dos schreibe ich eher zu viel denn zu wenig Punkte rein. Als eine Konsequenz schlafe ich zu wenig und zu unregelmäßig. Ohne dass ich es gemessen hätte, vermute ich mein Schlafpensum unter der Woche auf 5-6 Stunden. Ins Bett gehe ich meistens irgendwann zwischen 22:30 Uhr und 1:00 Uhr. Dies liegt vor allem daran, dass ich laut Chronobiologen eher eine Eule denn eine Lerche bin, d.h. ich bin Nachmittags und abends produktiver, konzentrierter und aktiver als morgens. Dennoch füge ich mich trotz Gleitzeit der Diktatur der Lerchen und bemühe mich, früh im Büro zu sein. Zum einen kann ich mich nicht wirklich davon frei machen, dass ich fürchte als fauler Langschläfer wahrgenommen zu werden – auch wenn andere Kollegen nochmal später als ich anfangen. Zum anderen muss ich auch früh anfangen, um nach der Arbeit noch genügend Zeit für mein übriges volles Leben zur Verfügung zu haben. Schlaf fällt dann meistens hinten über.

Ich behaupte zwar, dass ich mit wenig Schlaf gut klar komme, aber natürlich muss ich ehrlich zugeben, dass ich an einem Tag mit 8 Stunden Schlaf besser bin als nach einer 5-Stunden-Nacht. Ebenso sind mir auch die langfristigen Folgen von Schlafmangel bekannt. Deswegen werde ich in der Fastenzeit auf kurze Nächte verzichten und jeden Abend meinen Wecker bitten, mich erst in siebeneinhalb Stunden zu wecken. Ich drehe also den Spieß um und passe mein Leben meinem Schlafbedarf an. Das wird eine spannende Herausforderung, und für mich schwieriger als auf ein Lebens- oder Genußmittel zu verzichten.

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