Kochen

Mittags in Bielefeld

Die letzten zwei Januar-Wochen habe ich mich beruflich in Bielefeld aufhalten dürfen, was mich zwar um mein werktägliches Radfahren brachte, mir aber zum Ausgleich ermöglichte, ein paar Bielefelder Restaurants in der Mittagspause auszuprobieren. Eigentlich ein fairer Tausch, weniger Sport, mehr Essen.

Suppenbar / Cook & Look
Der Doppelname vom Cook & Look hat mich definitiv verwirrt, da ich mich einmal für die Suppenbar und einmal für das Cook & Look verabredet hatte und erst beim zweiten Mal feststellte, das ich den Laden schon kannte. Ziemlich versteckt liegt er in einem Obergeschoss in der Obernstraße und wenn man den Aufsteller nicht beachtet, würde mir niemals auffallen, dass es dort ein Restaurant gäbe. Warum es diesen Doppelnamen hat, weiß ich nicht, ich werde es mir als Suppenbar merken, denn die Möhre-Ingwer-Suppe für €5,80 war ein vielfaches köstlicher als die Ofenkartoffel für €5,50 mit viel zu viel Kräuterquark, die ich beim zweiten Mal bestellte. Auch die Suppen und Eintöpfe meiner Mittagsbegleitungen sahen sehr lecker aus. Die Einrichtung ist modern mit IKEA-Chic, der Blick über die Obernstraße sehr schön. Kann ich für das warme Süppchen zur Winterzeit durchaus weiterempfehlen.

Löwenzahn
Der Löwenzahn ist meiner liebsten Bio-Supermärkte in Bielefeld (und auch der älteste), jetzt hatte ich mal die Gelegenheit, das kleine Café/Bistro im vorderen Teil des Ladens auszuprobieren. Ich hatte dazu eine Quiche mit Gemüse und Curry bestellt, die dort warm gehalten werden, um sie vor Ort zu verzehren oder kalt zum Mitnehmen zu kaufen sind. Trotz des Warmhaltens war die Quiche sehr schön knusprig im Teig und Top im Geschmack. Das Gemüse hatte Biss, die Curry-Note passte sehr gut und war toll abgeschmeckt. Bio-Qualität versteht sich bei dem Laden ja von selbst und €4,35 für ein sehr ordentliches Stück ist mehr als fair.

Dean & David
Direkt am Jahnplatz liegt das schön hell gestaltete Dean & David und wartet mit Sandwiches, Salaten, Suppen und Currys auf. Das Yellow Curry wartete mit tollem, frischem Gemüse auf, hatte eine angenehme Schärfe, war für die Mittagszeit genau passend portioniert und mit €6,75 fair bepreist. Beim zweiten Besuch habe ich einen großen, warmen Salat bestellt. Ich liebe warme Salate, den Indian Summer machten gegrillten Austernpilzen zu einem solchen, dazu gab es Ziegenkäse und Frühlingszwiebeln. €7,65 klingen zwar viel, aber man bekommt auch wirklich sehr, sehr viel Salat, der gut sättigt. Hier bin ich nicht zum letzten Mal gewesen – wobei Curry wollte ich eh mal wieder selbst machen.

Wilde Kuh
Meine beiden teuersten Mittagessen gab es in der Wilden Kuh an der Ecke Herforder Straße / Friedrich Ebert-Straße. Dafür gab es dort aber die meiner Meinung nach besten Burger der Stadt zusammen mit den besten Kartoffel-Wedges der Stadt. Der Laden ist sehr klein, aber dennoch total gemütlich eingerichtet. Man kann seinem Burger beim Entstehen zuschauen.
Der Veggie-Burger (€8,60) hatte eine Art Kartoffel-Gemüse-Patty mit einer gegrillten Auberginenscheibe und Kresse-Pesto. Die Wegdes sind außen superknusprig und innen flockig, so wie ich es mag. Der Patty brauchte nur ein wenig mehr Salz, aber der Schönheitsfehler war zu korrigieren.
Wenn ein Restaurant Dir anbietet, dein Burgerfleisch medium oder well-done zu braten, kannst Du Dir sicher sein, dass sie um die Qualität ihres Fleisches wissen. Der Patty besteht aus Rind- und Lammfleisch, das nach ihren Angaben direkt aus der Umgebung stammt. Ich hatte ihn in einem Burger mit Ei und Avocado, wieder mit Kartoffel-Wegdes, wieder ein echter Genuss (€10,90). Burger esse ich nur noch hier.

Pastado
Bitte festhalten, denn ich muss Euch nun von der besten (Restaurant-)Pasta meines Lebens berichten. Ich liebe ja Pasta in aller Art und koche sie mir selbst mindestens 3mal in der Woche. Deswegen bestelle ich im Restaurant höchst selten Pasta, denn meistens genügt sie nicht meinen Anspruch. Zu weich, zu wenig Eigengeschmack, zu verspielte Soßen.
Nun kann ich nicht in einem Laden in der Goldstraße, der Pastado heißt, keine Pasta essen. Diese gibt es in zwei Größen, die kleine reicht zum Mittag völlig aus. Anschließend hat man die Wahl zwischen drei verschiedene Arten an frischer Pasta, eine davon sogar Dinkel in Bio, bevor sie mit einer der 8-10 Soßen kombiert werden. Die Soßen sind überwiegen vegetarisch oder vegan. Die große Portion kostet um €6,90, die kleine Portion um €4,90. Die bestellte Pasta ist in drei bis vier Minuten fertig und: Perfekt. Wer wissen möchte, was al dente bedeutet, gehe ins pastado, danach weiß er es. Leckere Pasta, dazu eine einfache Soße wie Gorgonzola, Arrabiata oder Carbonara und schon bin ich glücklich.
Und weil es dort sogar Pasta zum Mitnehmen gibt, in Karton wie ich sie bisher nur von schrecklichen Asia-Läden kannte, weiß ich nun, wo ich immer Mittwochs vor dem grünen Kreisvorstand mein Abendessen hole. Seht es mir nach, aber ich bin sehr verliebt in den Laden.

Ich mag ja meinen Job und meine Firma, aber kulinarisch werde ich die Bielefelder Innenstadt ganz sicher Mittags vermissen. Lasst mich trotzdem mal Eure Restauranttips wissen.

2 Kommentare

  1. Mit Mittagessen in Bielefeld kenn ich mich nicht so aus, aber an Restaurants kann ich auf jeden Fall noch das Numa empfehlen. Bestes Bielefelder Restaurant. Aber da ich das Pastado gar nicht so gut fand, sind wir da vielleicht auch gar nicht einer Meinung.
    Bei der Wilden Kuh stimme ich mit dir allerdings absolut überein. Der vegetarische Burger ist ziemlich gut! Allerdings würde ich ihn auf Grund der Grundverschiedenen Macharten nicht über die vom WoBu oder des Mokkaklatsches stellen.

  2. Hallo Dominic,

    habe dein Feedback erst jetzt entdeckt und ich freue mich tierisch! Vielen lieben Dank!

    Viele Grüße,
    Deine Wilde Kuh in Bielefeld

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