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Heimatgefühle mit Thees Uhlmann

Ich mag es, wenn Konzerte in meiner Heimatstadt Bielefeld stattfinden und das nicht nur, weil es An- und Abreise einfach und günstig macht, sondern weil ich sehr schlicht gepolt bin, wenn es um die Einbringung von Städtenamen in das Konzertprogramm geht: „Bielefeld“ erwähnen = Dominic freut sich. Das mag man nun als antiquierten Lokalpatriotismus abtun, aber ich finde es zeugt auch von Respekt, wenn sich ein Künstler zumindest ein wenig mit der Stadt auseinander setzt, in der er gerade sein Geld verdient.

Thees Uhlmann Bielefeld

Thees Uhlmann, dessen Konzert ich am vergangenem Donnerstag im Ringlokschuppen zum ersten Mal erleben durfte, hat diesbezüglich für mich den Vogel mehrfach abgeschossen. Es mag der Tatsache geschuldet sein, dass ich Thees erst seit seinem ersten Solo-Album auf der Mattscheibe habe, aber Thees muss doch den ein oder anderen Tag und Abend in Bielefeld verbracht haben – oder sich zumindest im Vorfeld gut informiert haben. Eventuell hat es ja mit den guten Beziehungen zu Casper zu tun.

„Wenn Casper der Jay-Z von Bielefeld ist, kann ich nicht wenigstens der zweite, dritte Springsteen von Bielefeld sein?“

So wollte er mehr als seine Lederjacke an diesem Abend nicht ausziehen, „nicht dass ich noch Ärger mit dem AJZ bekomme.“ Wir bekamen „Vom Delta bis nach Bielefeld-Quelle“ zumindest als Ansage zu hören und als er sich mit dem Satz „Bielefeld ist nun auch nicht für seine Schluchten bekannt“ ein paar Buh-Rufe einhandelte, konterte er mit „Moment: Die Zwiebel ist keine Schlucht“.

Sowieso erzählte Thees sehr viel über die Hintergründe und Entstehungsgeschichten seiner Lieder, selten ohne Abschweife, was mir ebenfalls sehr gefallen hat. Ich finde es schön, wenn ich mehr als nur eine Live-Version mir bekannter Lieder bekomme und der Künstler auch etwas Entertainer-Qualität besitzt.

Musikalisch gab es natürlich auch nichts auszusetzen, hervorragende Musiker auf der Bühne durfte ich erleben. Es war tatsächlich ein „magischer Abend“, wie Thees es sagte, auch wenn er das nur auf seine neue Lederjacke bezog.

Wozu übrigens auch die Vorband Martin & James betrugen, aber als Schotten kann man bei mir auch nicht so viel falsch machen. Oder wie sie es sagten:

„Ihr habt das beste Bier, wir haben den besten Whisky. Wir sind schon Freunde“.

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